Krankheiten

Panorama Hof

Pferd Krank? Mensch auch!

Wer kennt es nicht? Ist der geliebte Vierbeiner krank leiden die Besitzer mit (meist stärker als das Pferd selbst).


Ich habe mich entschieden von meinem Oldi die Geschichte zu erzählen um denjenigen Mut zu machen dessen Pferde es auch betrifft - ich wäre damals froh gewesen irgendwas in der Hinsicht online zu lesen...


Muskelfaserriss

Den ersten schlimmen Vorfall hatten wir im Alter von ca.  4/5 Jahren  auf der Koppel ...  es war  Regenzeit, die Weiden  rutschig  und als ich zu meinem Pferd kam stand es nur noch auf 3 Beinen. Ab nach Hause , Tierarzt geholt - Lahmheit nicht deutlich ersichtlich woher sie kam , Schmerzmittel und  Ruhe. Mein Haflinger hatte aber so starke Schmerzen das er so gut wie nichts gefressen hatte , war apatisch  und kaum ansprechbar. Der Tierarzt kam mittlerweile 3 mal täglich  , wir holten noch 2 weitere Meinungen ein aber keiner wusste so recht was los war.  Der Termin stand dann ,  Herr Haffi sollte in die Uniklinik nach Ulm .  An dem Tag wo es fest gemacht wurde kam ich abends in den Offenstall und traute meinen Augen nicht...

Er schaute mich an  lief auf allen Vieren   -wenn auch noch nicht gut , aber er belastete    - auf mich zu !

Gut nochmal mit Tierarzt telefoniert und Klinik vorerst abgesagt...  denke meine Eltern haben damals einen  Luftsprung gemacht (sollte erwähnt sein das ich  zu dem Zeitpunkt gerade mal junge  15 Jahre alt war).

Ein paar Wochen  später  war von der Lahmheit nichts mehr zu sehen .... was mir später auffiel war eine Delle im  Oberschenkel an der Hinterhand, was vermuten lässt das es ein Muskelfaserriss war der das ganze Verursacht hatte  und ja... diese Delle haben wir noch heute.


Leichte Koliken oder auch mal Vertreten  - denke das gehört zum Pferdebesitzer dasein  einfach dazu ... wobei ich hier auch eines besseren belehrt wurde.


Beugesehne

Lange Zeit hatten wir mit  etwaigen Krankheiten Glück , kerngesund und munter war mein Haffi bis uns beim Reitunterricht immer mal auffiel das er ab und an nicht richtig Taktrein lief. Das aber auch nicht immer ...  im Gelände merkte man rein gar nichts. Über kurz oder lang  fuhr ich jedoch doch in die Klink hinter Würzburg zur einer tollen Tierärztin !  Diese diagnostizierte  mittels Beugeproben,  Röntgen und Abspritzen das es eine Entzüdung der tiefen Beugesehne war.  Er bekam ein Depot gespritzt das 6 Wochen lang wirkte.  Er durfte zu den anderen auf die Weide  wo er 24h dann 6 Wochen lang stand. - ähm ok 8 Wochen  . Ich gab ihm noch mehr Zeit als die Tierärztin sagte, da ich Angst hatte die Sehne könnte wieder Schaden nehmen oder schlimmer...  angefangen von Schritt bis hin zum Galopp vergingen noch mal 4-6 Wochen.... Danach war alles wieder beim alten!


Dermatitis

Angefangen hatte es Mitte September 2009, unsere Pferde stehen 24h draußen auf den Weiden... es bildeten sich Grindchen wenn man sie gelöst hatte war es Wund /offen darunter... ich dachte zuerst das es von den Mückenstichen kam...


Ich behandelte etwas mit Traumeelsalbe... sollte aber dann auf eine Cortisonsalbe wechseln da es nicht besser wurde...
















    

Ich behandelte jeden Tag... erfolglos... es wurde immer schlimmer!


Der Tierarzt kam und gab mir ein Shampoo spritzte eine Antibiose... jeden Tag Rücken waschen und Cortisonsalbe auftragen... nach einer Woche keine Besserung in Sicht... noch einmal den TA geholt... es wurden Hautproben ins Labor geschickt, er bekam eine Immunaufbauspritze und das Urteil SCHEREN! Bei einem Offenstallpferd ja wirklich nicht toll... aber uns blieb nichts anderes übrig...


Nach dem Scheren, jeden Tag wieder waschen abtupfen und alle 2 Tage mit einer Jodlösung behandeln... nach einer Woche gingen die Schwellungen etwas zurück...
















Nach 2 Wochen warten und bangens kam aus dem Labor KEIN BEFUND... kein Pilz, keine anderweitige Kultur... doch iwas ist es... wir vermuteten die Kriebelmücken, die Bakterien in eine Wunde gebracht haben, vielleicht beim Wälzen verletzt?

Aber die Behandlung schlug an... ich musste jede Woche nachscheren damit man die offenen Stellen gut behandeln konnte und sie austrockneten...       Am Verlauf kann man gut erkennen das die Rötungen und vor allem die Schwellungen immer weniger wurden...

Der Tierarzt hatte mittlerweile die Diagnose DERMATITIES gestellt...  Ich fütterte DermaStol auf Empfehlung von meiner Tierärztin bei und zusätzlich noch Bokashi, ich fand das ihm das schon auf die eine oder andere Art geholfen hat und das ganze unterstützte.
















Das war die letzte Schur bis auf den kleinen Teilbereich den ich noch mal geschoren hatte... die letzte Schur war Anfang Dezember...  Hier am Verheilen... die Haare dürfen wieder wachsen... am Narbengewebe wachsen dünklere und längere Haare nach .
















Der Rücken ist jetzt wieder vollständig verheilt, ist nicht druckempfindlich und die Narben haben sich fast alle zurückgebildet...

Die ganze Tortour dauerte ca. 5-6 Monate...


Hier Anfang Januar 2010

















COPD /Chronisch obstruktive Lungenerkankung

Leider blieben wir da nicht verschont - rückblickend vermute ich das wir uns das zugezogen haben aufgrund eines heftigen Selenmangels der sich auf

Herz- und Lungenmuskel ausgewirkt hat. Anfangs war es ein gelegentliches Husten, dann mal mit Schleim (konsultierte TA Schleimlöser, Bronchenerweiterer volles Programm) mit viel viel Bewegung (zum Offenstall) dazu ging es ihm richtig gut. Wir konnten 6 Jahre da sehr gut mit fahren, bis es schlimmer wurde... er reagierte im Alter auf Wetterumschwünge, Pollenflüge und ganz schlimm bei Mäh- und Drescharbeiten. Wir inhalierten bis zu 3 mal täglich mit einem Ultraschallvernebler was ihm Linderung schaffte. In einem Zeitfenster von 3 Monaten baute er rund 80kg ab , trotz Umstellung auf nasses Heu danach auf Heulage, leider ohne Erfolg. Jeder Meter den er zurücksetzen musste war eine Qual für ihn und er liebte es über die Wiesen zu pesen... Im Alter von nur 22 Jahren musste ich meinen treusten Begleiter gehen lassen.


 





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